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Interviewreihe „Future Force“ der Ukraine: Unbemannte Bodenfahrzeuge für die Verteidigung der Ukraine (Teil 2)

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Mai 11, 2026

Inhalt

Am 11. Mai 2026 Maksym Chebotarov, Koordinator des Partnerschaftsprogramms USA–Ukraine am Transatlantic Dialogue Center, führte ein Interview mit Ihor Shmyryov, Leiter der UGV-Abteilung von Brave1

Brave1 ist eine von der Regierung der Ukraine unterstützte Plattform für Verteidigungstechnologien , die die Entwicklung, Erprobung und Einführung von Innovationen beschleunigen soll, welche die Fähigkeiten der Ukraine auf dem Schlachtfeld stärken. Sie dient als zentrale Koordinierungsstelle, die Entwickler von Verteidigungstechnologien mit den Bedürfnissen des Sicherheits- und Verteidigungssektors zusammenbringt und Lösungen von frühen Ideen bis zum realen Einsatz unterstützt.

Kontext

Der hochintensive Krieg der Ukraine hat das „Angriffsraum“ weit über die unmittelbare Frontlinie hinaus ausgeweitet. Drohnen ermöglichen dauerhafte Aufklärung und schnelle Präzisionsangriffe und schaffen dadurch de facto eine „Tötungszone“ , in der routinemäßige Bewegungen – Rotationen, Nachschubfahrten und Evakuierungen – ebenso gefährlich sein können wie direkte Kämpfe.

Inhalt

In diesem Umfeld entwickeln sich unbemannte Bodenfahrzeuge (UGVs) von einer Nischenfähigkeit zu einem zunehmend alltäglichen Instrument. Statt als futuristisches Zusatzsystem zu dienen, werden sie für praktische Aufgaben auf dem Schlachtfeld eingesetzt: zur Versorgung von Stellungen, zur Verringerung der Gefährdung auf den gefährlichsten Routen und zur Evakuierung verwundeten Personals, wenn der Einsatz von Menschen nicht mehr möglich ist.

Wichtigste Erkenntnisse

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  • Menschenzentriertes strategisches Ziel: Die grundlegende Aufgabe von UGVs besteht darin, menschliches Personal in Hochrisikorollen auf dem Schlachtfeld zu ersetzen, um Verluste zu minimieren und die Überlebenschancen zu erhöhen.
  • Ausgleich zahlenmäßiger Nachteile: Da die Ukraine nicht über die massiven Personalreserven ihres Gegners verfügt, gelten Innovation und Robotik als einziger Weg, unter gleichen Bedingungen zu kämpfen.
  • Rasche Entwicklung des Sektors: Die Ukraine hat in nur vier Jahren eine umfangreiche UGV-Industrie von Grund auf aufgebaut – trotz ständiger Bombardierungen und kritischer Infrastrukturprobleme wie Stromausfällen.
  • Vormachtstellung der Logistik: Die Logistik ist derzeit der am weitesten entwickelte Bereich; in einigen Brigaden erledigen Roboter inzwischen bis zu 90 % aller Versorgungsmissionen und transportieren Lebensmittel, Munition und Ausrüstung.
  • Spezialisierte medizinische Evakuierung: Spezielle Evakuierungsroboter nutzen „weiche“ Federungen und Schutzkapseln, um verwundete Soldaten schnell zu retten, ohne das Leben weiterer Gruppenmitglieder oder Fahrer herkömmlicher Fahrzeuge zu gefährden.
  • Pionierarbeiten aus der Ferne: Roboter werden zunehmend für gefährliche Aufgaben eingesetzt, etwa zum Verlegen und Räumen von Minen, zum Anbringen von Stacheldraht und zum Bedienen ferngesteuerter Bagger.
  • Verteidigungs- und Kampffähigkeit: Mit Türmen oder Panzerabwehrwaffen ausgestattete UGVs können Verteidigungslinien über längere Zeit halten; in einem Fall hielt ein Roboter fast zwei Monate lang eine Position, während der Bediener in sicherer Entfernung blieb.
  • Luftverteidigung im kleinen Maßstab: Automatisierte Geschütztürme wie der "Khyzhak" (ukr. – Raubtier) werden eingesetzt, um FPV-Drohnen und Shahed-Loitering-Munition mithilfe optischer, akustischer und Radarsensoren abzuschießen.
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  • Automatisierungsstandards der Stufe 4: Die Ukraine verfolgt ein Automatisierungsmodell der „Stufe 4“, bei dem die meisten Prozesse automatisiert sind, ein menschlicher Bediener jedoch stets die endgültige Entscheidung über Bewegung, Schuss oder Detonation trifft.
  • Veränderte Rollen der Soldaten: NRKs machen Soldaten nicht überflüssig, sondern wandeln ihre Rolle von Sturmtruppen zu Bedienern, Ingenieuren und Technikern und verlagern sie aus der unmittelbaren „Tötungszone“.
  • Neue Einheitenstrukturen: Das Militär bildet spezialisierte Roboterbataillone (z. B. NC13 in der 3. Sturmbrigade) und integriert NRKs in bestehende Einheiten, um herkömmliche Logistikfahrzeuge wie Pick-ups zu ersetzen.
  • Die Kennzahl „E-Points“: Der Erfolg wird anhand eines statistischen Systems namens „E-Points“ gemessen, das die Effizienz von UGVs anhand der Anzahl von Missionen, der gelieferten Tonnage und der Nähe zur Frontlinie erfasst.
  • Doktrinäre Integration für Partner: Eine zentrale Lehre für die NATO und europäische Partner ist die dringende Notwendigkeit, robotische Einheiten formell in die Militärdoktrin aufzunehmen; andernfalls werden Finanzierung und Ausbildung weiterhin hinterherhinken.
  • Unabhängigkeit bei Komponenten: Es besteht die strategische Notwendigkeit, Alternativen zu in China hergestellten Komponenten zu entwickeln, die derzeit in vielen Drohnen- und Robotiksystemen verwendet werden.
  • Gemeinsame Skalierung (gemeinsame Produktion): Die Ukraine ruft zu Gemeinschaftsunternehmen mit europäischen Herstellern und der Automobilindustrie auf, um Europas Produktionskraft mit der in der Ukraine kampferprobten Expertise zu verbinden.
  • Konnektivität und elektronische Kriegsführung: Aufgrund intensiver Störungen wendet sich die Branche vom Standardfunk ab und setzt auf die Integration von Starlink sowie Glasfasersteuerungen, um in umkämpften Umgebungen eine zuverlässige Kommunikation sicherzustellen.

Die im Interview geäußerten und auf dieser Website veröffentlichten Ansichten, Gedanken und Meinungen stammen ausschließlich von den Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern und spiegeln nicht zwangsläufig die Ansichten des Transatlantic Dialogue Center, seiner Ausschüsse oder angeschlossener Organisationen wider. Die wichtigsten Erkenntnisse werden zur Unterstützung der Diskussion bereitgestellt und stellen keine offiziellen politischen Positionen dar.