TDC präsentierte gemeinsam mit LibMod in Berlin seine Forschung zum EU-Beitritt

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Juli 4, 2026

Im Anschluss an die Vorstellung in Brüssel präsentierte das Transatlantic Dialogue Center (TDC) seine neue Studie, „Das nächste Kapitel der EU: Wirtschaftliche, politische und sicherheitspolitische Vorteile des Beitritts der Ukraine“, bei einer gemeinsam mit dem Zentrum Liberale Moderne (LibMod) ausgerichteten Veranstaltung in Berlin. Die Studie wurde von Marianna Fakhurdinova, Koordinatorin des EU-Ukraine-Partnerschaftsprogramms beim TDC, vorgestellt. Organisiert wurde die Veranstaltung von Stepan Rusyn, Koordinator des Deutschland-Ukraine-Partnerschaftsprogramms beim TDC.

Das zentrale Argument der Präsentation lautete, dass der Beitritt der Ukraine nicht nur eine politische Entscheidung ist. Auf Grundlage der im Bericht enthaltenen Daten zeigte Fakhurdinova, dass eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine dazu beitragen könnte, nachweislich bestehende strukturelle Lücken der EU in den Bereichen Verteidigungsproduktion, Energiesicherheit, technologische Wettbewerbsfähigkeit und kritische Lieferketten zu schließen.

Die Präsentation gliederte sich in fünf datengestützte Fallbeispiele:

  • Kritische Rohstoffe. Bis 2030 wird die EU sechsmal mehr kritische Rohstoffe benötigen, um ihren grünen und digitalen Wandel voranzutreiben. Die Ukraine verfügt über 25 der 34 von der EU als kritisch eingestuften Rohstoffe, darunter solche, die für die Herstellung von Waffen, Solarmodulen und Batterien von entscheidender Bedeutung sind.
  • Verteidigungsproduktion. Rund 80 % der Verteidigungsgüter, die von der EU beschafft werden, stammen derzeit aus Ländern außerhalb der Union. Die Produktionskapazitäten der ukrainischen Verteidigungsindustrie haben sich seit 2022 verfünffacht. Ein erheblicher Teil der Produktion erweist sich dabei als kostengünstiger als vergleichbare Alternativen, die den europäischen Partnern zur Verfügung stehen.
  • Ernährungssicherheit. Die EU produziert jährlich rund 3 Millionen Tonnen Soja, verbraucht jedoch mehr als 35 Millionen Tonnen. Die Ukraine erzeugt etwa 6 Millionen Tonnen und kann dazu beitragen, die Lieferketten der EU zu diversifizieren und zu stabilisieren.
  • Cybersicherheit. Im Jahr 2024 verzeichnete die EU mehr als 11.000 Cybervorfälle. Die Ukraine hat seit Beginn des russischen Angriffskrieges rund 14.000 Cyberangriffe abgewehrt und dabei praxiserprobte Erfahrungen gesammelt, die durch keine Übung unter Friedensbedingungen ersetzt werden können.
  • Labour market. The EU could face a shortage of 57 million workers by 2050. Most Ukrainians currently residing in EU member states are already integrated into the labour market and hold high levels of education, representing an immediate, rather than hypothetical, contribution to Europe’s demographic resilience.

Die Studie umfasst insgesamt acht Bereiche: Verteidigungsindustrie, digitale Technologien, Energiesicherheit, kritische Rohstoffe, Ernährungssicherheit und Arbeitskräftemobilität. Damit bietet sie einen umfassenden Analyserahmen, der den Beitritt der Ukraine als Quelle langfristiger Vorteile für die Europäische Union verständlich macht.

Das TDC dankt Daria Malling (LibMod) und Wilfried Jilge (DGAP) für ihre fachlichen Beiträge zur Diskussion.

Der vollständige Bericht kann hier abgerufen werden.


Der Bericht wurde vom Transatlantic Dialogue Center mit Unterstützung des Askold und Dir-Fonds im Rahmen des Projekts „Eine starke Zivilgesellschaft in der Ukraine – Motor für Reformen und Demokratie“ erstellt, das von ISAR Ednannia durchgeführt und von Norwegen und Schweden finanziert wird. Für den Inhalt dieser Veröffentlichung ist ausschließlich das Transatlantic Dialogue Center verantwortlich; er spiegelt in keiner Weise die Ansichten der norwegischen Regierung, der schwedischen Regierung und von ISAR Ednannia wider.