Daryna Sydorenko für New Eastern Europe: Wie antiukrainische Narrative von sozialen Medien in die Politik Polens gelangen

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August 24, 2026

Daryna Sydorenko, Forschungsleiterin beim Transatlantic Dialogue Center wurde in New Eastern Europe in dem Artikel „From social media to politics: Poland’s Ukraine debate“ vorgestellt.

In dem Artikel äußerte sich Daryna dazu, wie die öffentliche Debatte über Ukrainerinnen und Ukrainer in Polen zunehmend politisiert wird. Auf Grundlage ihrer umfassenderen Arbeit zur Beobachtung von antiukrainischer Hassrede, Desinformation und Gewaltvorfällen in Polen erklärte sie, dass sich der Kontext der Präsenz von Ukrainerinnen und Ukrainern im Land in den vergangenen Jahren erheblich verändert habe.

Daryna stellte einen deutlichen Anstieg negativer Kommentare über UkrainerInnen auf Facebook, TikTok, Telegram und sogar LinkedIn fest. Diese Narrative bewegen sich häufig zwischen anonymen Social-Media-Accounts, Telegram-Kanälen, politischen Akteuren und etablierten Medien und prägen so allmählich die öffentliche Wahrnehmung.

Eine der zentralen Tendenzen, auf die sie hinwies, ist die Art und Weise, wie scheinbar voneinander unabhängige Geschichten über UkrainerInnen dargestellt werden, um umfassendere feindselige Narrative zu verstärken. So kann die Medienberichterstattung die ukrainische Staatsangehörigkeit eines Verdächtigen unverhältnismäßig stark hervorheben oder reißerische Schlagzeilen verwenden, die UkrainerInnen mit Kriminalität, Undankbarkeit oder einer Bedrohung für die polnische Gesellschaft in Verbindung bringen.

Daryna verwies auch auf die Rolle polnischsprachiger Telegram-Kanäle bei der Verbreitung solcher Botschaften. Obwohl Telegram in Polen nicht die dominierende Plattform ist, dient es als weitgehend unregulierter Raum, in dem marginale Ideen näher an den Mainstream rücken können. Eines der am weitesten verbreiteten Narrative stellt Ukrainerinnen und Ukrainer als Kriminelle und als Gefahr für Polen dar.

Auch historische Themen werden zunehmend instrumentalisiert. Narrative im Zusammenhang mit Wolhynien, der UPA und den sogenannten „Banderowzen“ werden zunehmend mit aktuellen Geschichten über UkrainerInnen in Polen verknüpft. Dadurch entstehen emotionale Verbindungen zwischen der Gewalt der Vergangenheit und der heutigen ukrainischen Gemeinschaft.

Daryna betonte, dass Journalistinnen und Journalisten in diesem Umfeld eine besondere Verantwortung tragen. Zwar sollten wichtige Themen weiterhin aufgegriffen werden, doch Medien sollten sich bewusst sein, dass Schlagzeilen, Darstellungsweisen und eine selektive Schwerpunktsetzung unbeabsichtigt zur Verstärkung von Hassnarrativen beitragen können.

„Es ist sehr wichtig, dass Journalistinnen und Journalisten nicht nur den russischen Propagandaraum beobachten, sondern auch sicherstellen, dass sie selbst nicht zu Verstärkern dieser Gedanken, Stimmungen und Deutungsmuster werden“, sagte Daryna Sydorenko gegenüber New Eastern Europe. New Eastern Europe.

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