
Nach der Veröffentlichung der umfassenden TDC-Studie „Das nächste Kapitel der EU: Wirtschaftliche, politische und sicherheitspolitische Vorteile des Beitritts der Ukraine“ und vor dem Hintergrund der Eröffnung des ersten Clusters der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine stellte Marianna Fakhurdinova, Koordinatorin des EU-Ukraine-Partnerschaftsprogramms, den Bericht Ende Juni in Brüssel vor.
Die gemeinsam vom TDC und dem Brüsseler Büro der französischen Denkfabrik IRSEM organisierte Veranstaltung brachte Expertinnen und Experten zu einer fachpolitischen Diskussion über die strategischen Vorteile eines EU-Beitritts der Ukraine sowie über die Notwendigkeit zusammen, die Kommunikation zur EU-Erweiterung neu zu gestalten.
Die Diskussion stützte sich auf die zentralen Ergebnisse der Studie und zeigte, wie der Beitritt der Ukraine die Europäische Union in acht strategischen Bereichen stärken könnte:
- Digitale Transformation: Stärkung der Innovationsfähigkeit, der technologischen Wettbewerbsfähigkeit und der digitalen Transformation der EU;
- Arbeitsmarkt: Bewältigung des Arbeitskräftemangels und der demografischen Herausforderungen sowie Förderung eines langfristigen Wirtschaftswachstums durch das hoch qualifizierte Arbeitskräftepotenzial der Ukraine;
- Energie und Klima: Stärkung der Energiesicherheit Europas und Beschleunigung des grünen Wandels;
- Landwirtschaft: Stärkung der Ernährungssicherheit, der strategischen Autonomie und der globalen Wettbewerbsfähigkeit der EU;
- Kritische Rohstoffe: Diversifizierung der Lieferketten und Stärkung der wirtschaftlichen und industriellen Resilienz der EU;


- Gesellschaftliche Resilienz: Stärkung der Krisenvorsorge, der Regierungsführung und der zivilgesellschaftlichen Resilienz in der gesamten Europäischen Union;
- Sicherheit und Verteidigung: Stärkung der militärischen Einsatzbereitschaft und der Verteidigungsfähigkeiten der EU durch die Kampferfahrung der Ukraine;
- Verteidigungsindustrie: Unterstützung der Aufrüstung Europas, der Innovationen im Verteidigungsbereich und der strategischen Autonomie durch die verteidigungsindustriellen Kapazitäten der Ukraine.
Im Rahmen der Veranstaltung wurden zudem die zentralen strategischen Herausforderungen der Europäischen Union sowie die Notwendigkeit neuer Ansätze zur Stärkung ihrer Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit erörtert. Vor diesem Hintergrund betonten die Teilnehmenden, wie wichtig es sei, die Debatte über den EU-Beitritt der Ukraine neu auszurichten: Statt die Kosten der Erweiterung in den Mittelpunkt zu stellen, sollten die strategischen Potenziale und langfristigen Vorteile hervorgehoben werden, die die Ukraine in die Europäische Union einbringt.
Das TDC dankt dem IRSEM sowie Philippe Perchoc, Leiter der Europa-Abteilung des IRSEM, herzlich für die gemeinsame Ausrichtung der Veranstaltung und die Förderung des konstruktiven Austauschs.
Der Bericht wurde vom Transatlantic Dialogue Center mit Unterstützung des Askold und Dir-Fonds im Rahmen des Projekts „Eine starke Zivilgesellschaft in der Ukraine – Motor für Reformen und Demokratie“ erstellt, das von ISAR Ednannia durchgeführt und von Norwegen und Schweden finanziert wird. Für den Inhalt dieser Veröffentlichung ist ausschließlich das Transatlantic Dialogue Center verantwortlich; er spiegelt in keiner Weise die Ansichten der norwegischen Regierung, der schwedischen Regierung und von ISAR Ednannia wider.