Eine neue Generation regionaler Stimmen: Lateinamerikanische Studierende schließen ihr Praktikum bei TDC ab

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Dezember 12, 2025

Von August bis Dezember 2025 veranstaltete das Transatlantic Dialogue Center ein Remote- Praktikum für acht Studierende aus Argentinien, Chile und Peru im Rahmen des Kooperationsprogramms Spanien und Lateinamerika. Die Teilnehmenden kamen aus einer vielfältigen Gruppe von Einrichtungen, darunter Universidad Argentina de la Empresa, Universidad Católica de Santiago del Estero, Universidad del CEMA, und Universidad del Salvador in Argentinien; Universidad de Concepción und Universidad Diego Portales in Chile; sowie Universidad Nacional Pedro Ruiz Gallo in Peru. Ziel des Programms war es, jungen Forschenden praktische Erfahrungen in der Analysearbeit, den Medienwissenschaften und der strategischen Kommunikation im Bereich internationaler Beziehungen zu vermitteln.

Kernprojekt des Praktikums war eine gemeinsame Studie mit dem Titel „Konkurrierende Narrative: Wie in Lateinamerika über die Ukraine informiert und desinformiert wird“. Die Praktikantinnen und Praktikanten führten mehrere Forschungsphasen durch, angefangen mit Datenerhebung und der Beobachtung russischer, ukrainischer und lateinamerikanischer Medien auf Spanisch. Sie analysierten dominante Themen, Tonalität, emotionale Rahmung und narrative Muster. In den nächsten Phasen erstellten sie eine vorläufige Bewertung und eine Vergleichsmatrix, in der Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Quellen untersucht wurden, einschließlich visueller Darstellung, emotionaler Aufladung und Manipulationstechniken. In der letzten Phase wurden Umfragen und Überprüfungen vor Ort durchgeführt, um zu verstehen, wie das Publikum in Argentinien, Chile und Peru diese Narrative wahrnimmt und verinnerlicht. Die Studie ist unter dem Link verfügbar.

Cover image for: Narrativas en disputa: ¿Cómo se informa (y se desinforma) sobre Ucrania en América Latina?

Neben der analytischen Arbeit trugen die Praktikantinnen und Praktikanten zu den Kommunikationsaktivitäten von TDC bei, indem sie den Praktikumsverlauf dokumentierten und kurze Videos für soziale Medien produzierten. Außerdem unterstützten sie die Redaktion der spanischsprachigen Fassungen zweier wichtiger analytischer TDC-Papiere, „Kann SAFE die Ukraine sicherer machen? Einblicke in das neue europäische Finanzinstrument“ und „Russlands Rolle in der Weltordnung der Nachkriegszeit. Wie wird sich Russlands Position im Globalen Süden und in internationalen Institutionen entwickeln?“. Dadurch sammelten die Teilnehmenden praktische Erfahrungen im politikorientierten Schreiben, mit methodischen Standards und bei der Aufbereitung komplexer Forschung für spanischsprachige Zielgruppen.

Das Praktikum erwies sich für die Teilnehmenden als wichtige und prägende Erfahrung. Für viele war es die erste strukturierte Auseinandersetzung mit vergleichender Medienanalyse und internationaler Kommunikation. Wie Ana Karla Bogoliuk, Studentin der Regierungs- und Internationalen Beziehungen an der Universidad Argentina de la Empresa, bemerkte:

„Dieses Praktikum hat uns allen die Möglichkeit gegeben, unser Verständnis der internationalen Kommunikation im 21. Jahrhundert, der Verbreitung von Fake News und Propaganda, der Zusammensetzung der lateinamerikanischen Medienlandschaft, der Informationsgewohnheiten und Meinungen der Bevölkerung, der Identifizierung von Narrativen sowie des untersuchten Falls – des Krieges zwischen Russland und der Ukraine, seiner Hintergründe und des ebenfalls im Informationsraum geführten Kampfes – zu vertiefen.“

In ähnlicher Weise Jesús González Parada, Absolvent der Politikwissenschaften und Verwaltungswissenschaften an der Universidad de Concepción, betonte die persönliche Dimension des Programms:

„Über die akademischen Erkenntnisse hinaus war diese Erfahrung auf persönlicher Ebene äußerst bereichernd. Sie ermöglichte es mir, neues Wissen zu erlangen, ein kritisches Denken über internationale Kommunikation zu entwickeln und vor allem mit einem Team in Kontakt zu kommen, das man im chilenischen Slang als ‚bacán‘ bezeichnen kann – einem Team, in dem die geografische Entfernung angesichts der Zusammenarbeit verschwand und einem Gefühl der Brüderlichkeit Platz machte, das Grenzen überschreitet.“

Das Programm zeigte, wie lateinamerikanische Perspektiven das Verständnis globaler Informationsdynamiken bereichern. Die Teilnehmenden nutzten regionale Erfahrungen mit Medienfragmentierung, Übergangsnarrativen und gesellschaftlicher Resilienz, um zu interpretieren, wie konkurrierende Botschaften über die Ukraine in der spanischsprachigen Welt konstruiert und angefochten werden. Ihre Arbeit führte zu einem strukturierten analytischen Rahmen, der Forschende, Journalistinnen und Journalisten sowie Diplomatinnen und Diplomaten in beiden Regionen unterstützen wird.

Dieses Projekt wurde von der International Renaissance Foundation unterstützt.