TDC nahm an der XXIII. Internationalen Sicherheitskonferenz FORTE in Rio de Janeiro teil

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Juni 17, 2026

Am 16. und 17. Juni 2026 nahm das Transatlantic Dialogue Center (TDC) an der XXIII. Internationalen Sicherheitskonferenz FORTE in Rio de Janeiro teil. Sie ist das größte Sicherheitsforum Lateinamerikas und eine zentrale Plattform für den Dialog zwischen der Region und Europa. Die Konferenz wurde gemeinsam von der Konrad-Adenauer-Stiftung in Brasilien (KAS Brasilien), dem Brasilianischen Zentrum für Internationale Beziehungen (CEBRI) und der Delegation der Europäischen Union in Brasilien organisiert.

Das Leitthema der Konferenz 2026, „Macht neu ordnen: Technologie und Geopolitik in einer fragmentierten Welt“, brachte politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, Analystinnen und Analysten sowie Fachleute aus dem Verteidigungsbereich zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie technologische Umbrüche, künstliche Intelligenz und Innovationen im Verteidigungssektor das globale Kräfteverhältnis zwischen Demokratien und autoritären Regimen verändern. In fünf Paneldiskussionen und einer Grundsatzrede wurden die Zukunft globaler Macht in Zeiten technologischer Umbrüche, künstliche Intelligenz und die Risiken einer Erosion demokratischer Institutionen, Verteidigungsinnovationen für Europa und Lateinamerika, die Geopolitik seltener Erden sowie die Rolle von Drohnen, letalen autonomen Waffensystemen (LAWS) und künstlicher Intelligenz in der modernen Kriegsführung erörtert.

Zu den Referentinnen und Referenten gehörten Celso Amorim, außenpolitischer Chefberater des Präsidenten Brasiliens, Benedikt Franke, stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC), Brynja Oskarsdottir, Direktorin des Ausschusses für Wissenschaft und Technologie der Parlamentarischen Versammlung der NATO, sowie Peter Neumann, Professor für Kriegsstudien am King’s College London.

Verteidigungsinnovationen und künstliche Intelligenz bildeten einen zentralen Schwerpunkt der Diskussion. Die Teilnehmenden untersuchten, wie Drohnen, letale autonome Waffensysteme und KI-gestützte Systeme auf dem Schlachtfeld als Kraftmultiplikatoren wirken und zugleich neuartige Risiken für demokratische Institutionen schaffen. Die in der modernen Kriegsführung zu beobachtenden Anpassungszyklen erfordern sowohl von Europa als auch von Lateinamerika ein Umdenken bei der Beschaffung von Verteidigungsgütern, der Einsatzbereitschaft und der institutionellen Resilienz.

Die Geopolitik kritischer Rohstoffe wurde als eine der entscheidenden strategischen Konfliktlinien identifiziert. Angesichts des zunehmenden globalen Wettbewerbs hängen die strategische Autonomie und die Lieferketten der Verteidigungsindustrie immer stärker von einem gesicherten Zugang zu seltenen Erden und kritischen Rohstoffen ab. Dies hat unmittelbare Auswirkungen sowohl auf Europa als auch auf Lateinamerika.

Die Diskussionen unterstrichen zudem die Dringlichkeit einer engeren Abstimmung zwischen Lateinamerika und Europa in den Bereichen Cybersicherheit und verteidigungsindustrielle Zusammenarbeit, da sich technologische Umbrüche schneller vollziehen, als einzelne Staaten darauf reagieren können.

Das TDC wurde von Oleksandr Slyvchuk, Koordinator des Spanien- und Lateinamerika-Partnerschaftsprogramms, vertreten. Am Rande der Konferenz führte Slyvchuk eine Reihe hochrangiger Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern brasilianischer und europäischer Denkfabriken, darunter CEBRI und IESP-UERJ, mit Fachleuten der Universität São Paulo sowie mit Vertreterinnen und Vertretern des brasilianischen Senats und des Außenministeriums. Darüber hinaus traf er sich mit Vertreterinnen und Vertretern führender brasilianischer Medien, darunter Folha de S.Paulo und Estadão, um Partnerschaften zwischen der Ukraine und der Region in den Bereichen Sicherheit, Technologie und demokratische Resilienz voranzutreiben.

TDC begrüßt die weitere Zusammenarbeit und schätzt die Möglichkeiten, den Austausch zwischen Theorie und Praxis im Hinblick auf das Engagement der Ukraine in Lateinamerika zu fördern.