
Am 12. April 2026 gaben Alina Rohach, Projektleiterin des Spanien- und Lateinamerika-Partnerschaftsprogramms, und Bohdana Batsko, Projektassistentin desselben Programms, ein Interview für eine Kolumne von Maricarmen Gutiérrez Romero, die in Eme Equis (einem unabhängigen mexikanischen Medium mit Schwerpunkt auf narrativem und investigativem Journalismus) veröffentlicht wurde.
Der Beitrag beginnt mit einer klaren Botschaft aus Kyjiw:
“Aus Kyjiw, inmitten wiederkehrender Beschüsse und eines Alltags, der von Luftalarm geprägt ist, arbeiten zwei Mitarbeiterinnen des Transatlantic Dialogue Centre daran, einem weit entfernten Publikum, etwa in Lateinamerika, wo der Krieg fern erscheinen mag, es jedoch nicht ist, zu erklären, was in ihrem Land geschieht”.
Das Interview stellt die Informationsarbeit als eine parallele Front zum militärischen Kampf dar. Während sich der Krieg in die Länge zieht und die internationale Aufmerksamkeit zwangsläufig nachlässt, seien kontinuierliche Aufklärungsarbeit und der Dialog mit Zielgruppen außerhalb Europas von entscheidender Bedeutung, damit die Ukraine sichtbar sowie verständlich bleibt und nicht in Vergessenheit gerät.
Eine zentrale Botschaft des Gesprächs ist, wie der Krieg zu verstehen ist: nicht als „Konflikt zwischen Großmächten“, sondern als Invasion eines souveränen Staates durch ein Land mit imperialen Ambitionen — eine Tatsache, die nicht relativiert oder als zweideutiger Konflikt behandelt werden sollte.
Die Kolumne hebt außerdem hervor, dass Desinformation ein globales Instrument der russischen Politik darstellt. Es wird erläutert, wie entsprechende Narrative in verschiedenen Weltregionen — von Europa über Lateinamerika bis nach Afrika und Asien — verbreitet werden. Dazu zählen unter anderem wiederkehrende Behauptungen über einen „präventiven Krieg“ , der angeblich durch die NATO-Erweiterung ausgelöst worden sei, oder die Darstellung der Ukraine als „Bedrohung“. Die Referentinnen betonen, dass solche Botschaften darauf abzielen, Aggressionen zu normalisieren oder zu rechtfertigen.
Abschließend erläutert das Interview, warum der Krieg auch für Lateinamerika weit über seine wirtschaftlichen Auswirkungen hinaus von Bedeutung ist. Auf dem Spiel stehe etwas Wichtigeres: Bleiben Verstöße gegen die staatliche Souveränität und das Gewaltverbot ohne Konsequenzen, werden grundlegende Prinzipien des Völkerrechts untergraben. Dadurch entstünden Präzedenzfälle, die das globale System weit über die Ukraine hinaus destabilisieren könnten.
This project was supported by the International Renaissance Foundation.