Oleksandr Slyvchuk für Canal 26: Russlands vorübergehende Pause, US-Vermittlung und Risiken vor dem Winter

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6. September 2026

Oleksandr Slyvchuk, Koordinator des Spanien- und Lateinamerika-Partnerschaftsprogramms am Transatlantic Dialogue Center, gab dem argentinischen Sender Canal 26 ein Interview, in dem er über die Vermittlungsbemühungen der USA, Russlands vorübergehende Pause bei den Angriffen und die Risiken sprach, denen die Ukraine angesichts des bevorstehenden Winters ausgesetzt ist.

Im Interview erklärte Slyvchuk, dass die 72-stündige Pause nicht als Fortschritt auf dem Weg zu einem Waffenstillstand verstanden werden sollte. Seiner Einschätzung nach diente sie vor allem der Sicherheit der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner während ihrer Besuche in Moskau und Kyjiw und stand nicht im Zusammenhang mit Vorbereitungen für eine dauerhafte Einstellung der Kampfhandlungen.

Slyvchuk betonte, dass die anhaltenden russischen Raketenangriffe zeigen, dass Moskau nicht einmal zu einer vorübergehenden, ausgehandelten Kampfpause bereit ist. Stattdessen verbindet Russland weiterhin militärischen Druck mit diplomatischen Manövern, um Gesprächsbereitschaft zu signalisieren, ohne von seiner umfassenderen Strategie gegenüber der Ukraine abzurücken.

Angesichts der sinkenden Temperaturen warnte Slyvchuk davor, dass Russland seine Angriffe auf die ukrainische Strom-, Gas- und Wasserversorgung voraussichtlich verstärken werde, um den Druck auf die Zivilbevölkerung weiter zu erhöhen. Solche Angriffe seien Teil der russischen Strategie, die Widerstandsfähigkeit der Ukraine vor dem Winter zu schwächen.

Im Interview ging es außerdem um Russlands Versuche, die Besetzung ukrainischer Gebiete nachträglich zu legitimieren. Slyvchuk verwies dabei auf die von Moskau organisierten Parlamentswahlen in den besetzten Gebieten sowie auf den Einsatz ausländischer Persönlichkeiten als sogenannte „internationale Beobachter“. Damit solle der illegalen Besetzung ein Anschein von Legitimität verliehen werden.

Abschließend betonte Slyvchuk, dass die ukrainische Gesellschaft trotz Kriegsmüdigkeit und öffentlicher Kritik an einzelnen Regierungsentscheidungen weiterhin in der Notwendigkeit geeint sei, sich der russischen Aggression zu widersetzen. Vorübergehende Angriffspausen änderten nichts an Russlands grundsätzlicher Strategie: Moskau setze Verhandlungen, Angriffe auf die zivile Infrastruktur und politische Manipulation in den besetzten Gebieten weiterhin als miteinander verknüpfte Instrumente des Drucks ein.

Sehen Sie sich das vollständige Interview mit Oleksandr Slyvchuk unter diesem Link an.