
Oleksandr Slyvchuk, Koordinator des Kooperationsprogramms für Spanien und Lateinamerika am Transatlantic Dialogue Center, gab zwei lateinamerikanischen Medien Interviews — dem argentinischen Sender Todo Noticias und dem chilenischen Sender Chilevisión. Darin analysierte er Russlands Vorgehen während der laufenden diplomatischen Kontakte und erläuterte, warum es keine Bereitschaft zu einer Waffenruhe erkennen lässt.
In beiden Gesprächen betonte Slyvchuk, dass Moskaus Verhalten nicht auf Vorbereitungen für einen Frieden, sondern auf eine fortgesetzte Strategie des Drucks auf die Ukraine hindeutet. Russlands Angriff auf Kyjiw kurz nach der Abreise der US-Gesandten zeigte, dass die diplomatischen Kontakte die militärischen Ziele des Kremls nicht verändert haben.
Slyvchuk erklärte, dass Russland den Austausch mit den Vereinigten Staaten nutzt, um den politischen Dialog aufrechtzuerhalten und Wladimir Putins internationale Legitimität zu stärken, statt substanzielle Zugeständnisse vorzubereiten. Ihm zufolge strebt Moskau weiterhin danach, seine territoriale Expansion fortzusetzen und die Ukraine zur Annahme russischer Bedingungen zu zwingen, bevor überhaupt ernsthaft über Frieden gesprochen wird.
Die Interviews behandelten auch die Risiken für die Ukraine angesichts des nahenden Winters. Slyvchuk warnte, dass weitere russische Angriffe auf die Strom-, Gas- und Wasserversorgung sowie andere kritische Infrastruktur eine erhebliche Bedrohung bleiben, da Moskau während der Heizperiode erneut versuchen könnte, den Druck auf die Zivilbevölkerung zu erhöhen.
Ein weiteres zentrales Thema war Russlands Versuch, die Besetzung ukrainischer Gebiete zu normalisieren. Slyvchuk verwies auf Moskaus Pläne, in besetzten ukrainischen Regionen Parlamentswahlen abzuhalten und ausländische Persönlichkeiten als sogenannte „internationale Beobachter“ einzubeziehen. Er betonte, dass solche Schritte der illegalen Besetzung einen falschen Anschein von Legitimität verleihen sollen und international nicht anerkannt werden dürfen.
Im Interview mit Chilevisión unterstrich Slyvchuk außerdem, dass die Gebietsfrage weitgehend ein Vorwand ist: Russland will nicht nur bestimmte Gebiete, sondern strebt nach umfassenderer Kontrolle über die Ukraine. Solange die Ukraine weiterhin Widerstand leistet, ist Moskau nicht zu ernsthaften Verhandlungen bereit und glaubt nach wie vor, seine Ziele auf dem Schlachtfeld erreichen zu können.
Zusammengenommen führen die beiden Interviews für das Publikum in Argentinien und Chile zu demselben Schluss: Russland verbindet Diplomatie, militärische Eskalation und politische Manipulation, statt überprüfbare Schritte in Richtung Frieden zu unternehmen.
Sehen Sie sich die vollständigen Interviews mit Oleksandr Slyvchuk an:
Todo Noticias:
Chilevisión: