Alina Rohach beim Seminar der Universidad Finis Terrae: Der Krieg in der Ukraine, zwei Europas und die Debatte über den EU-Beitritt

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Juli 8, 2026

Am 8. Juli 2026 nahm Alina Rohach, Projektleiterin des Spanien- und Lateinamerika-Partnerschaftsprogramms beim Transatlantic Dialogue Center (TDC) an einer Podiumsdiskussion im Rahmen des III. Seminario de Relaciones Internacionales, Seguridad y Defensa teil, das vom Observatorio de Asuntos Internacionales der Universidad Finis Terrae organisiert wurde. Die Veranstaltung, die online aus Kyjiw übertragen wurde, widmete sich dem Thema “Dos Europas: la guerra en Ucrania y el giro político en Hungría” und war Teil eines zweitägigen Programms, das WissenschaftlerInnen, Militärangehörige und internationale ExpertInnen zusammenbrachte, um aktuelle Sicherheitsherausforderungen zu erörtern. Unterstützt wurde das Seminar von der Botschaft der Ukraine in Chile, die die Beteiligung der Ukraine an der Diskussion ermöglichte.

Rohach erläuterte, wie sich Russlands großangelegter Angriffskrieg gegen die Ukraine seit 2022 entwickelt hat und warum seine Auswirkungen auf Europa längst nicht mehr als „regionales“ Problem betrachtet werden können. Über das Schlachtfeld hinaus prägt der Krieg die europäischen Sicherheitsdebatten durch eine Kombination aus militärischer Anpassung, politischer Ausdauer und allgemeiner gesellschaftlicher Widerstandsfähigkeit neu. Sie betonte, dass die Fähigkeit der Ukraine, ihren Widerstand aufrechtzuerhalten, nicht nur eine Frage der Aufstellung von Streitkräften sei, sondern auch der Regierungsführung unter Druck, des sozialen Zusammenhalts, der kulturellen Widerstandsfähigkeit und des weiteren Funktionierens humanitärer Systeme.

Ein zentraler Schwerpunkt der Diskussion war die strategische Bedeutung der ukrainischen Tiefenschläge gegen Ziele auf russischem Territorium. Diese Operationen seien längst keine isolierten Ereignisse mehr, sondern beeinflussten zunehmend die russische Logistik und die Risikoeinschätzung und sind zu einem Bestandteil des umfassenderen Zermürbungskriegs geworden. Darüber hinaus wurden aktuelle politische Entwicklungen im Zusammenhang mit dem europäischen Integrationsprozess der Ukraine erörtert, darunter die Bedeutung der Eröffnung des ersten Verhandlungsklusters im EU-Beitrittsprozess sowie das hohe Maß an gesellschaftlicher Unterstützung für die europäische Integration in der Ukraine.

Alina Rohach hob hervor, dass der europäische Kurs der Ukraine nicht nur den Wunsch nach einem EU-Beitritt widerspiegele, sondern auch die wachsende Rolle des Landes als Partner, der Europa konkrete sicherheitsrelevante Erfahrungen und praktische Erkenntnisse in den Bereichen Resilienz, Anpassung der Verteidigung sowie moderne Kriegsführung bieten könne. Die Diskussion ordnete die Ukraine in einen breiteren europäischen und globalen Sicherheitskontext ein und beleuchtete zugleich die politischen Dynamiken innerhalb der EU-Mitgliedstaaten, die maßgeblich beeinflussen, wie lange die Unterstützung für die Ukraine aufrechterhalten wird.