Marianna Fakhurdinova für Polish Radio for Ukraine über die Herausforderungen der europäischen Sicherheit

Clock Icon 2 min read
Mai 1, 2026
Cover image for: Marianna Fakhurdinova for Polish Radio for Ukraine on the Challenges of European Security

Marianna Fakhurdinova, Koordinatorin des EU-Ukraine-Partnerschaftsprogramms beim Transatlantic Dialogue Center, kommentierte für Polish Radio for Ukraine die Bereitschaft der Vereinigten Staaten und Europas, die NATO-Ostflanke angesichts der wachsenden Bedrohung durch Russland zu verteidigen.⁠

Fakhurdinova betonte, dass die zentrale Herausforderung nicht nur in einzelnen Vorfällen wie dem Eindringen von Drohnen in den europäischen Luftraum oder den Aktivitäten der russischen „Schattenflotte“ liege, sondern vor allem im Fehlen einer umfassenden und kohärenten Strategie zur Abschreckung Russlands. Ihrer Ansicht nach erfolgen die europäischen Reaktionen auf hybride Angriffe bislang überwiegend ad hoc, während Europa weiterhin nach einem wirksamen Modell der Sicherheitskoordinierung suche.⁠

Sie hob hervor, dass selbst in Situationen, in denen die Bedrohung eindeutig sei, die EU-Mitgliedstaaten häufig uneinheitlich handelten. Entscheidungen würden nach wie vor auf nationaler Ebene getroffen, da die Kontrolle über die Sicherheitspolitik für die Regierungen der Mitgliedstaaten ein besonders sensibles Thema bleibe. Dies führe zu einem inkonsistenten Vorgehen: Während einige Staaten Schiffe stoppen, die mit der russischen „Schattenflotte“ in Verbindung stehen, unternehmen andere keine entsprechenden Maßnahmen. Ebenso habe es auf das Eindringen russischer Drohnen in den Luftraum der Europäischen Union keine einheitliche und entschlossene Reaktion gegeben.⁠

Fakhurdinova äußerte sich zudem zur Debatte über die strategische Autonomie Europas. Sie stellte fest, dass eine vollständige Abkehr von US-amerikanischen Waffensystemen und ein rascher Ersatz der Rolle der Vereinigten Staaten derzeit kein realistisches Szenario seien. Schätzungen zufolge könnte ein solcher Übergang Europa rund eine Billion US-Dollar kosten. Zwar investiere die Europäische Union bereits in Verteidigungsprogramme und habe 150 Milliarden Euro für die Wiederaufrüstung bereitgestellt, doch das Tempo dieser Entwicklungen bleibe bislang unzureichend.

Darüber hinaus unterstrich sie, dass Europas Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten nicht nur finanzieller, sondern auch technologischer Natur sei. Dazu gehörten entscheidende Fähigkeiten wie Patriot-Luftabwehrsysteme, weitreichende Raketensysteme, logistische Unterstützung, Aufklärungskapazitäten sowie der nukleare Schutzschirm der USA. Diese Komponenten spielten derzeit eine zentrale Rolle sowohl bei der Unterstützung der Ukraine, als auch für die Stabilität der gesamten europäischen Sicherheitsarchitektur.

Gleichzeitig wies Fakhurdinova darauf hin, dass Europa seine eigenen Verteidigungsfähigkeiten schrittweise ausbaue. Dabei handele es sich jedoch um einen langfristigen und komplexen Prozess, der maßgeblich vom politischen Willen der einzelnen Staaten abhänge. Aus ihrer Sicht sei ein vollständiger Ersatz der Vereinigten Staaten daher kurzfristig nicht zu erwarten. Vorrang hätten stattdessen eine engere Koordinierung innerhalb Europas, kontinuierliche Investitionen sowie eine langfristig ausgerichtete strategische Planung. ⁠

Lesen Sie den vollständigen Beitrag über den Link.