Vom 15. bis 19. September 2024 besuchte eine Delegation von 15 Bundestagsabgeordneten und -mitarbeitern, angeführt von Nils Gründer (FDP), Kyjiw. Ziel dieses Besuchs war es, die aktuellen militärischen und humanitären Bedürfnisse der Ukraine zu vermitteln sowie die Situation an der Front und die Bedrohungen durch die russische Aggression zu erörtern. Die ukrainische NGO „Transatlantic Dialogue Center“ arbeitet gemeinsam mit der Partnerorganisation „LibMod“ daran, die Kommunikation zu fördern und objektive Informationen über den Konflikt zu verbreiten.
Am ersten Tag traf sich die Delegation mit dem Ausschuss für Energie, Wohnungswesen und kommunale Dienstleistungen der Werchowna Rada (des Parlaments) der Ukraine. Dieses Treffen bot den Teilnehmern wertvolle Einblicke in den aktuellen Zustand des ukrainischen Energiesystems, die Auswirkungen russischer Angriffe, den Vorbereitungsprozess für den Winter und die dringenden Bedürfnisse des Sektors.

Later, delegates engaged in a roundtable discussion with Ukrainian military experts: Mykhailo Samus, Director of the New Geopolitics Research Network; Mykola Bielieskov, Research Fellow at the National Institute for Strategic Studies and Senior Analyst at the Come Back Alive Foundation; and Andrii Ordynovych, retired colonel and former Deputy Military Representative to NATO. The meeting also featured representatives from the Office for Reform Support at the Ministry of Defense of Ukraine, Yuliia Marushevska and Taras Doronuk. Key topics included the potential permission to strike Russian territory with long-range missiles, the supply of ammunition for air defense, investment in arms production, and overall war strategy.

Ein wesentlicher Teil des Programms war der Besuch der Region Tschernihiw. Dort besuchte die Delegation das Dorf Jahidne, wo russische Soldaten 368 Einwohner, fast die gesamte Bevölkerung des Dorfes, im März 2022 über einen Monat lang in einer Schule als "lebende Schutzschilde" festhielten. Der Augenzeuge Iwan Petrowitsch berichtete von den grauenhaften Bedingungen, unter denen die Dorfbewohner leiden mussten. In einem Raum starben zehn Personen aufgrund von Erstickung und fehlender medizinischer Versorgung. Trotz dieser unmenschlichen Umstände zeigten die Menschen großen Mut und Zusammenhalt.

Die Delegation besuchte auch die Kinderklinik in Tschernihiw, die einzige Einrichtung in der Region, die hochmoderne medizinische Versorgung bietet. Aufgrund wiederholter Raketenangriffe war das Krankenhaus stark beschädigt. Ein neu installiertes Solarsystem mit 108 Solarzellen und einem Energiespeicher soll nun die kritischen medizinischen Geräte der chirurgischen Abteilung mit Strom versorgen und die Energieunabhängigkeit der Einrichtung unterstützen.

Zusätzlich traf sich die Delegation mit Wjatscheslaw Chaus, dem Leiter der regionalen Militärverwaltung von Tschernihiw. Er betonte die Notwendigkeit von Kogenerationsanlagen und Flugabwehrsystemen für die zivile Infrastruktur, um die Rückkehr der Kinder zur Schule zu ermöglichen und die lokale Wirtschaft zu stabilisieren.

Neben diesen Einrichtungen besuchte die Delegation auch andere zivile Objekte, die unter den Angriffen der russischen Truppen gelitten hatten, darunter das Dramatische Theater und das kardiologische Zentrum.

Dieser Besuch sollte nicht nur die Situation vor Ort veranschaulichen, sondern auch die Unterstützung Deutschlands für die Ukraine in diesen herausfordernden Zeiten stärken.
Ein bemerkenswerter Termin am dritten Tag war ein Treffen mit Dmytro Lubinets, dem ukrainischen Parlamentarischen Ombudsmann für Menschenrechte. Der Ombudsmann teilte wichtige Informationen über ukrainische Kriegsgefangene, die Deportation von Kindern und die Menschenrechtssituation in den vorübergehend besetzten Gebieten. Anschließend besuchten die Mitglieder des Deutschen Bundestags ein Kraftwerk, wo sie über die drei Schutzebenen an solchen kritischen Einrichtungen informiert wurden.

Das letzte Treffen fand mit dem deutschen Militärattaché in der Ukraine, Robert Pröse, statt, der seine Einschätzungen zu den militärischen Entwicklungen in der Ukraine teilte.
