00:05
Seit Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine haben ukrainische Verteidiger 200 Flugzeuge der Aggressoren abgeschossen und mehr als 1.200 Panzer vernichtet. Die Zahl der Verluste der Russischen Föderation übersteigt 27.000 Menschen.
01:15
Bis zum Ende des 13. Mai hatte das ukrainische Militär 1.015 Städte und Dörfer von der feindlichen Besatzung befreit. Dort werden nun die Kommunikationsnetze sowie die Strom-, Gas- und Wasserversorgung wiederhergestellt.
Von den diplomatischen Vertretungen, die ihre Tätigkeit zu Beginn des Krieges vorübergehend eingestellt hatten, sind 37 nach Kyiv zurückgekehrt. Dies erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner Ansprache am 79. Kriegstag.
02:00
Die russischen Besatzer haben das Dorf Kotljarowe bei Mykolajiw fast vollständig zerstört. Das Dorf wurde mit schwerer Artillerie beschossen.
03:00
Ruslana Volynska, die Ehefrau des derzeit in Asow-Stahl eingekesselten Kommandeurs der 36. selbstständigen Marineinfanteriebrigade, gab der Voice of America ein Interview. Darin appellierte sie erneut an die Staats- und Regierungschefs der Weltgemeinschaft, den ukrainischen Soldaten zu helfen, die Einkesselung zu durchbrechen. „Rettet meinen Mann, rettet die Männer in Asow-Stahl. Jede Minute zählt, und jede Minute kostet ein Menschenleben.“
04:00
„Ich kann mir ein Leben ohne meine Eltern nicht vorstellen.“ Der zwölfjährige ukrainische Junge Tymofij Sosulja erzählte dem Wall Street Journal in einem Interview, wie er die Besetzung des Dorfes Schewtschenkowe in der Region Kyiv überlebte und wie russische Soldaten auf das Auto schossen, in dem seine Familie saß. Tymofij führte ein Tagebuch, in dem er die schrecklichen Ereignisse festhielt, die ihm und seinen Angehörigen widerfuhren.
10:05
Am 13. Mai beschossen russische Truppen 14 Ortschaften und beschädigten 61 zivile Infrastrukturobjekte, darunter Wohngebäude, Industrie- und Landwirtschaftsbetriebe sowie Eisenbahninfrastruktur. Der Feind griff die Zivilbevölkerung mit Flugzeugen, Panzern, schwerer Artillerie und Mehrfachraketenwerfern „Urahan“ an.
11:00
Am vergangenen Tag haben die Besatzer elf Siedlungen in der Region Luhansk beschossen. 63 Infrastruktureinrichtungen wurden beschädigt.
11:15
Am Abend des 13. Mai feuerten russische Besatzungstruppen ungelenkte Raketen auf das Gebiet Schostka in der Region Sumy. Es gab fünf Explosionen in der Gegend, glücklicherweise gab es dabei keine zivilen Opfer.
12:00
Der stellvertretende Kommandeur des Regiments Asow Swjatoslaw Palamar (Kalyna) nahm online am Kyiver Sicherheitsforum teil und sprach über die Verluste der russischen Armee beim Sturm auf Mariupol. Ihm zufolge umfassten die russischen Einheiten nahe der Stadt rund 14.000 Soldaten und verfügten über viel militärische Ausrüstung. Während ihres heldenhaften Widerstands hätten die ukrainischen Verteidiger etwa 6.000 gegnerische Soldaten getötet sowie rund 78 Panzer und mehr als 100 gepanzerte Fahrzeuge zerstört.
Laut Palamar fehlen den ukrainischen Verteidigern jedoch dringend Luftabwehr- und Schiffsabwehrsysteme, um dem Feind standzuhalten. Seit Ende März sind die ukrainischen Soldaten im Werk Asow-Stahl eingekesselt. Dort befinden sich nun rund 600 verwundete Soldaten, und die Verteidiger leiden unter einem Mangel an Nahrung, Wasser und Medikamenten. Die Verhandlungen mit Russland über ihre Evakuierung sind äußerst schwierig.
Palamar forderte die Weltgemeinschaft erneut auf, die ukrainische Garnison zu evakuieren, und dankte der US-Führung für die Unterstützung der Ukraine. „Indem wir Mariupol verteidigen, verteidigen wir nicht nur die Ukraine. Wir schützen alle Werte der zivilisierten Welt.“
12:20
Russland hat die dritte Phase des vollumfassenden Krieges in der Ukraine begonnen und versucht, daraus einen langwierigen Krieg zu machen, erklärte der Berater des ukrainischen Innenministers Wiktor Andrusiw in einer Sendung des ukrainischen Fernsehmarathons.
In der ersten Phase versuchte Russland, die Ukraine innerhalb kurzer Zeit zu erobern, in der zweiten, die ukrainischen Streitkräfte im Osten zu umzingeln. Laut dem Berater des Innenministers bereiten sich die Russen nun darauf vor, die Frontlinie zu verteidigen, an der sie zum Stehen gekommen sind. Sie hoffen darauf, dass „die durch den Krieg verursachten Krisen den Westen mit ihnen an den Verhandlungstisch bringen und der Westen versuchen wird, uns gegen etwas einzutauschen“.
12:50
Russland hat die Reserven der kampffähigen Bataillonskampfgruppen bereits erschöpft, berichtet der ukrainische Militärnachrichtendienst.
Die verdeckte Mobilmachung dauert an, doch der Einsatz solcher Truppen ist nach Einschätzung des ukrainischen Militärnachrichtendienstes ineffektiv. „Die niedrigste Moral haben die Soldaten des 1. und 2. Armeekorps aus den vorübergehend besetzten Gebieten der Regionen Luhansk und Donezk. Unausgebildete Soldaten, die praktisch keine Kampferfahrung besitzen, werden nun in die wichtigsten Frontabschnitte geschickt. Zudem dachten die Reservisten, die aus Russland, insbesondere aus den zentralen und östlichen Regionen, in die Ukraine entsandt werden, sie würden einfach Geld verdienen. Hier stoßen sie jedoch auf starken Widerstand der ukrainischen Streitkräfte, der Verteidigungskräfte, der Territorialverteidigung und der gesamten ukrainischen Bevölkerung.“
13:30
Am Morgen des 14. Mai beschossen russische Truppen ein grenznahes Dorf in der Region Tschernihiw. Am Ortsrand von Bleschnja wurden acht Explosionen registriert, nach vorläufigen Angaben durch Mörserbeschuss. Es gab keine Verluste an Personal oder Ausrüstung, berichtet das Operative Kommando „Nord“. Die Besatzer eröffneten das Feuer vom russischen Dorf Lomakowka in der Region Brjansk aus, fügt der Staatliche Grenzschutzdienst hinzu.
16:00
„Mächtige dieser Welt, schweigen Sie nicht. Sonst wird die ganze Welt zu Asow-Stahl. Wir haben keine Angst vor dem Tod, wir haben Angst davor, in einer Welt zu leben, in der Böses geschieht“, sagten Angehörige der in Asow-Stahl eingekesselten Soldaten.
- Sie appellierten an Chinas Präsidenten Xi Jinping, auf Russland einzuwirken und es zur Zustimmung zur Evakuierung der Soldaten aus Asow-Stahl zu bewegen.
- Natalija Saryzka, die Ehefrau eines Soldaten des Regiments „Asow“, gab Nachrichten ihres Mannes wieder: Russland könne innerhalb von zwei Stunden 500 Fliegerbomben abwerfen und 40 Raketen abfeuern und anschließend unsere Kämpfer durch Infanterie töten lassen. Offenbar verlängerten die Besatzer die Qualen bewusst. Die Soldaten würden mit allen möglichen Waffen, darunter auch verbotenen, beschossen. Bereits verwundete Soldaten erlitten neue Verletzungen.
- Hanna Iwleewa, selbst Soldatin und Ehefrau eines Verteidigers von Mariupol, erzählte, dass es im Werk keine unverwundeten Soldaten mehr gebe, sondern nur noch Schwer- und Mittelschwerverwundete. Nur diejenigen, die Gliedmaßen verloren haben, kämpfen nicht.
- Julija Tarasenko, Ehefrau eines Grenzsoldaten, zitierte eine Nachricht ihres Ehemannes: „Mein Mann hat mir geschrieben: wenn eine Hölle auf Erden existiert, dann hat er diese jetzt gesehen“.
16:40
Der Feind setzt den Angriff auf das Werksgelände von Asow-Stahl fort, berichtet das Regiment “Asow”.
Während des ganzen Tages werfen die Besatzer Fliegerbomben auf die Verteidiger von Mariupol ab, beschießen sie mit schwerer Artillerie und Panzern.
Die Militärangehörigen des Regiments „Asow“ teilen auch mit, dass die Russen große Teile der Infanterie für den Sturm auf ukrainische Stellungen heranziehen.
19:30
Wichtigste Informationen aus der abendlichen Sammelmeldung des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte:
- Am aktivsten bleiben die Besatzer in den Richtungen Sloboschanske und Donezk.
- In der Richtung Donezk bereiten sich feindliche Gruppierungen auf Angriffshandlungen in den Richtungen der Ortschaften Sewerodonezk, Soledar und Bachmut vor. Außerdem hat der Feind einen partiellen Erfolg in der Gegend von Awdiiwka erringen können.
- Auf dem Territorium der Region Transnistrien der Republik Moldau sind die bewaffneten Einheiten in den täglichen Dienst versetzt worden.
- Der Feind versucht, die Militärpräsenz auf der Insel Smijinyj zu erhöhen und verstärkt das Luftabwehrsystem.
- Der Feind versucht, ukrainische Bürger in den vorübergehend besetzten Gebieten im Osten und Süden der Ukraine zur Arbeit in Einrichtungen der Besatzungsbehörden heranzuziehen, und verletzt ihre Rechte und Freiheiten.
20:00
Das Ministerium für Kultur hat bereits 331 Verbrechen gegen Kulturerbestätten der Ukraine festgestellt.
„Nur Barbaren können unsere Kultur so schamlos zerstören“, schrieb Kulturminister Oleksandr Tkatschenko.
Tkatschenko sicherte auch zu, dass das Ministerium zurzeit am Schutz und an der Digitalisierung des Kulturerbes arbeitet.