Marianna Fakhurdinova bei Slawa TV: Den EU-Beitrittsprozess der Ukraine trotz Vetopolitik auf Kurs halten

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Januar 20, 2026

Marianna Fakhurdinova, Koordinatorin des EU-Ukraine-Partnerschaftsprogramms beim Transatlantic Dialogue Center, war zu Gast in der Sendung „Europäische Integration“ auf Slawa TV, moderiert von Yurii Fizer, um über die sich wandelnden Dynamiken auf dem EU-Weg der Ukraine zu sprechen. Sie erläuterte, warum Fortschritte zunehmend von der Innenpolitik einzelner EU-Mitgliedstaaten abhängen, selbst während die EU nach Wegen sucht, ein Stocken des Prozesses zu verhindern.

Fakhurdinova stellte fest, dass die Frustration in Brüssel über die Blockadehaltung Ungarns wächst, doch die EU bisher nicht bereit war, praktische Schritte zur Lösung des Vetoproblems zu unternehmen.

Zugleich betonte sie, dass politische Erklärungen in den Hauptstädten der EU oft „für das heimische Publikum“ abgegeben werden. Daher sei der zuverlässigste Indikator für die (Nicht-)Unterstützung des EU-Beitritts der Ukraine das Ergebnis von Abstimmungen und Entscheidungen auf EU-Ebene – und nicht die Rhetorik.

Eine Kernbotschaft der Diskussion war, dass der EU-Beitritt in erster Linie eine technische Aufgabe ist: die nachhaltige Angleichung an EU-Recht und -Standards sowie die institutionelle Fähigkeit, Reformen auch in Kriegszeiten systematisch umzusetzen. In diesem Zusammenhang hob Fakhurdinova den Wert des sogenannten Frontloading hervor, das es der Ukraine ermöglicht, die Harmonisierung der Rechtsvorschriften auch ohne formelle Eröffnung von Clustern fortzusetzen. Gleichzeitig unterstrich sie, dass die Öffnung von Verhandlungsclustern weiterhin von entscheidender Bedeutung sei, um Vertrauen in den EU-Prozess zu sichern und die Reformdynamik aufrechtzuerhalten.

Mit Blick auf die Zukunft warnte Fakhurdinova, dass ein wesentliches Risiko für 2026 in einer Stagnation liege. Wenn Verhandlungscluster ungeöffnet bleiben und politische Hindernisse fortbestehen, könnte die Frustration in der Ukraine zunehmen und zusätzlichen Raum für skeptische oder radikale Narrative innerhalb der EU schaffen. Sie betonte außerdem, dass die Erwartungen hinsichtlich des Zeitplans angesichts des Umfangs der erforderlichen technischen Arbeiten und der politischen Komplexität innerhalb der Union realistisch bleiben sollten.

Das vollständige Interview können Sie hier ansehen.